Wenn man 400 g Speisestärke langsam mit knapp 300 ml Wasser mischt, erhält man eine Flüssigkeit, die fest wird, wenn man Druck ausübt.
Schlägt man mit der Faust oder einem Hammer auf die darauf so spritzt es nicht, denn das Gemisch wird unter dem Druck des Aufpralls hart. Steckt man langsam einen Löffel hinein, verhält sich das Gemisch wie Wasser. Sie ändert also ihre Viskosität je nach dem, welche Kräfte auf sie einwirken.
Die Kinder wollten stundenlang damit herumspielen. Kneten, rühren, schlagen. Wir konnten damit sogar kleine Bällchen rollen. Ich habe mir sagen lassen, dass Schmeißen ganz hervorragend funktionieren würde. (Das wollte ich drinnen dann aber doch nicht ausprobieren.)
Dünn flüssig auf die Küchenablage gegossen, ergibt sich ein außergewöhnliches haptisches Erlebnis.
Wie funktioniert das?
Die Stärketeilchen sind nicht im Wasser gelöst, wie sich z.B. Zucker oder Salz im Wasser lösen, sondern schwimmen im Wasser herum. Es handelt sich also um eine Suspension also ein heterogenes Stoffgemisch. Rührt man langsam um, so können die Teilchen aneinander vorbei fließen. Die Suspension hat dann eine ähnliche Fließeigenschaft wie Wasser.
Ebenso wie eine großen Menge von Menschen, die sich langsam durch die Fußgängerzone bewegen. Es ist möglich, den anderen Leuten einfach auszuweichen. Übt man aber starken Druck aus, so können die Teilchen nicht mehr ohne weiteres aneinander vorbei, sondern verhaken sich und werden fest. Die Suspension fließt dann nicht mehr, sondern verhält sich eher wie ein Festkörper.
Mit einer ausreichenden Menge dieser nicht-newtonschen Flüssigkeit ist es sogar möglich, über Wasser zu laufen. Spannend verhält sich die Suspension auch, wenn man sie auf eine Folie über einen Lautsprecher gießt und dann Musik anschaltet.
Das Zeug würde ich übrigens nicht in den Ausguss gießen.



















