
Es ist kalt in München. Es nieselt. Aus dem frühlingshaften Belgien kommend, erscheint mir dies sehr winterlich. Die Tonhalle, in der die erste Make München stattfindet, liegt auf dem Gelände der Kultfabrik, das früher das Gelände des Lebensmittelherstellers Pfanni war und in eine Art Vergnügungszentrum umgebaut wurde.
Noch geschlossene Dönerstände, Discotheken und ein Hau-den-Lukas säumen unseren Weg. Die Tonhalle liegt etwas versteckt und wir hätten sie anfangs nicht gefunden, zum Glück zeigen uns ein paar handbemalte Schilder, wo es lang geht.
In der Halle ist es warm und dunkel. Ein Ort an dem sich der gemeine Geek wie ich sofort wohl fühlt. An den Tischen drängeln sich viele Menschen. Es sind auch eine Menge Kinder da. Gleich bereue ich, dass wir unsere Kinder nicht mitgenommen haben.
Ursprünglich hatte ich erwartet, eine Halle mit einigen 3D-Druckern zu finden, aber ich wurde von der Vielfalt der Stände wirklich überrascht. Der Stand mit dem T-Shirts "Hell yeah, it's rocket science" fiel mir sofort ins Auge. Die Part-time-scientists wollen einen Roboter mit einer russischen Rakete zum Mond schießen. Der soll dort 500 Meter fahren und Bilder zur Erde schicken. Und natürlich prüfen, ob die Amerikaner wirklich auf dem Mond waren.

Am Tisch von HackerSpaceShop.com fand ich die LED-Klebebänder sehr spannend. Sicher könnte damit viel einfacher als bisher gedacht die Blinkenlights nachstellen. Den Shop kannte ich auch noch nicht und werde ihn für das nächste Elektronik-Shopping auf jeden Fall ins Auge fassen.

Leider ist mir der Stand der Realschule Güglingen entgangen, die wohl selbst einen 3D-Drucker einsetzen und nicht das simple Ausdrucken, sondern vor allem das Konstruieren von Modellen in den Vordergrund stellen.
Im Vorbeigehen sah ich den Tisch von eHaJo, der Elektronik-Bausätze für Löt-Anfänger, Schulen und Fortgeschrittene anbietet. Das ist auf jeden Fall etwas für uns.

Ein echter Hingucker war Wacky Wit, eine Art Pac-Man als Brettspiel. Ein Spieler spielt Wacky und der andere spielt alle vier Monster auf einmal. Schöne Idee.
Neben den verschiedenen 3D-Drucker-Modellen, Lampen-Schirmen, 3D-Modellen und einem Case-Modder waren auch einige Crafter auf der Make zu finden: Handyhüllen, Mäppchen, Bilder, Buttons, Schmuck, T-Shirts. Die Mischung fand ich wirklich gelungen. Sogar rosa Einhörner gab's:

Das beste war allerdings die Workshop-Area auf der Empore. Hier gab es Comic-Zeichnen, Siebdrucken, Toiletten bemalten (?!), Seifen herstellen, Siebdruck, Nähen, Schmuck herstellen und Seed-Bombs rollen.




Ich hätte gerne an einem, vielen oder gar allen dieser Workshops teilgenommen, aber leider nagte der Hunger sehr an mir und auf der Make gab es wider Erwarten nichts zu essen. Die Stände auf dem Gelände hatten selbst um 15.00 Uhr alle noch geschlossen und zum Bahnhof zu laufen bei dem Mistwetter hatte ich keine Lust. Außerdem war mir mittlerweile in der Halle selbst viel zu warm geworden. Also endete unser Make Besuch leider etwas zu früh. Beim nächsten Mal bringen wir auf jeden Fall die Kinder mit, ganz viel Zeit und vor allem Essen.
Es war auf jeden Fall toll!

Natürlich habe ich neben Seed-Bombs für die Kinder auch was Schönes für mich von der Make mitgebracht:
