
Was man braucht:
- 1 Rotkohl
- Zitronensaft
- Essig
- Backpulver
- Waschmittel
Was ist zu tun?
Man braucht einen Rotkohl. Die Bläter werden abgezupft und klein geschnitten. Den Kohl mit Wasser gut 15 Minuten kochen. Abkühlen lassen und das ganze durch ein Sieb schütten, so dass nur der Saft aufgefangen wird. Achtung: Die Kohlkocherei stinkt ganz fürchterlich! Jetzt gießt man den Rotkohlsaft am besten in eine Flasche oder einen Krug, aus dem man später gut schütten kann.


Nun werden mehrere Gläser mit verschiedenen Flüssigkeiten vorbereitet. Wir nahmen: Wasser, Essig, Zitronensaft, Backpulver in Wasser aufgelöst und Waschpulver in Wasser aufgelöst. In jedes Glas haben wir ungefähr die gleiche Menge an Flüssigkeit gegeben. Danach gaben wir in jedes Glas einen kleinen Schuss Rotkohlsaft.

Was ist passiert?
Die Flüssigkeiten haben sich nach Zugabe des Rotkohlsaftes verfärbt. Der Zitronensaft wurde rot, das Wasser violett, das Backpulvergemisch dunkelblaulila und das Waschpulver wurde erst grün dann gelblich grün.
Warum ist das so:
Der im Rotkohl enthaltene Farbstoff heißt Cyanidin. Die Struktur des Cyanidin-Moleküls ändert sich je nach pH-Wert der Umgebung. Durch die Veränderung des Moleküls verändert sich auch die Lichtabsorptionseigenschaft und dadurch ändert sich seine Farbe. Bei einem pH-Wert von 2 (sauer) erscheint der Cyanidin rot, bei neutral (pH-Wer 7) blauviolett und wird blauer je alkalischer die Flüssigkeit ist, bis hin zu grün. Bei Waschmittel verfärbte sich das im Rotkohlsaft enthaltene Cyanidin sogar grünlich gelb (pH-Wert über 10)
Je nach pH-Wert der Erde, in welcher der Rotkohl wächst, hat er eine andere Farbe. Mal ist er mehr rot, mal mehr blau. Deshalb nennt man den Rotkohl in manchen Gegenden auch Blaukraut.
Der Farbstoff Cyanidin ist außerdem in roten Rosen, Hibiscus, Blaubeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Pflaumen, Rhabarber, Brombeeren, Kornblumen, Hortensien u.v.m. enthalten. Wobei hier die Färbung der Blüten nicht zwingend auf den pH-Wert des Bodens zurückzuführen ist, sondern auch auch dessen Metallgehalt. Durch die Düngung mit Aluminiumsalzen blühen Hortensien blau.

Was ist eigentlich der pH-Wert?
pH ist die Abkürzung des lateinischen "potentia hydrogenii", was soviel heißt wie "Stärke des Wasserstoffs" heißt. Mit dem pH-Wert wird gemessen, wie viele Wasserstoffionen, also Atome mit elektrischer Ladung, in einem Stoff enthalten sind. Die höchste Konzentration von Wasserstoffionen bezeichnet man mit dem pH-Wert 0 (sehr sauer), die niedrigste Konzentration sehr basisch oder alkalisch (pH-Wert 14). Der pH-Wert 7 ist neutral.
Farbstoffe, die je nach Konzentration der Wasserstoffionen eine andere Färbung zeigen, nennt man Indikatoren. In der Apotheke kann man pH-Teststreifen kaufen. Die kann man aber auch selber machen, wenn man Papierstreifen in den Rotkohlsaft hält und trocknen lässt.
Tipp:
Andere Flüssigkeiten, die man noch ausprobieren könnte, wären: Milch, Salzwasser, Regenwasser, Geschirrspülmittel, Orangensaft, Kaisernatron aufgelöst, Soda aufgelöst, Mineralwasser mit Sprudel.(Und was passiert, wenn man in das Waschpulver-Rotkohlsaft-Gemisch Zitronensaft gibt? Und ändert sich die Farbe auch, wenn man mit einem Strohhalm hineinpustet?)
Wenn man die Rotkohlblätter im Backofen bei 50 Grad trocknen lässt und sie dann zerkrümelt und in einem Glas aufbewahrt, dann kann man das Experiment jederzeit wiederholen. Einfach Wasser drauf, kurz warten, fertig. Das ist besonders praktisch, weil es Rothkohl nur im Herbst und Winter gibt. Alternativ kann man den Rotkohlsaft in einem Gefäß einfrieren. Der Saft hält sich im Kühlschrank nämlich nur ein bis zwei Tage.